Für eine Organisation, die sich aus freiwilligen Spenden finanziert, sind authentische Aufnahmen von echten Einsätzen von unschätzbarem Wert. Sie können den Unterstützern verdeutlichen, womit Rettungskräfte auf See tatsächlich konfrontiert sind. Das Problem besteht darin, dass ein Rettungseinsatz nicht für ein Kamerateam geplant, nachgestellt oder unterbrochen werden kann. Die KNRM benötigte daher ein Bodycam-System, das Aufnahmen aus der Ich-Perspektive liefern konnte, ohne die Art und Weise zu verändern, wie ein Rettungseinsatz durchgeführt wird.
Der Fall im Überblick
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Organisation |
KNRM, Königlich-Niederländische Seenotrettungsgesellschaft |
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Herausforderung |
Nehmen Sie authentisches Filmmaterial von unvorhersehbaren Rettungseinsätzen auf, ohne den Start zu verzögern oder die Besatzung abzulenken. |
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Lösung |
ZEPCAM T3-Bodycams in Kombination mit einer maßgeschneiderten Halterung, einem privat gehosteten Workflow für Datenübertragung und -speicherung sowie zentralem Support. |
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Technologie |
Aufzeichnung direkt auf dem Gerät, GPS, konfigurierbare Voraufzeichnung und eine große Haupttaste für die intuitive Start-/Stopp-Funktion der Aufzeichnung, auch mit Handschuhen. |
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Operativer Kontext |
Rund 45 Rettungsstationen, etwa 1.000 Freiwillige und etwa 75 Rettungsboote in den gesamten Niederlanden. |
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Integrationspartner |
Meine Veranstaltung streamen |
Die Herausforderung: Echte Rettungsaufnahmen, ohne das Team dabei zu behindern
Ein Seerettungseinsatz stellt für jedes Aufzeichnungssystem eine große Herausforderung dar. Die Besatzungsmitglieder tragen schwere Überlebensanzüge und müssen unter Umständen Leinen handhaben, in unmittelbarer Nähe eines anderen Schiffes navigieren oder sich bei hohem Seegang auf dem Deck bewegen. Eine Kamera darf weder die Funktionstüchtigkeit des Überlebensanzugs beeinträchtigen, noch den Einsatzstart verzögern, noch während des laufenden Einsatzes wiederholte Aufmerksamkeit erfordern.
Die Flotte wirft ein zweites Problem auf. Die KNRM setzt alles ein, von etwa fünf Meter langen Schlauchbooten, die vom Strand aus zu Wasser gelassen werden, bis hin zu neunzehn Meter langen Allwetter-Rettungsbooten und schweren Küstenrettungsfahrzeugen. Eine Befestigungsmethode, die auf einer Plattform funktioniert, ist auf einer anderen möglicherweise unbrauchbar. Auch die Netzwerkverbindung variiert von Station zu Station, sodass der Aufzeichnungsablauf während eines Einsatzes nicht von einer schnellen Netzwerkverbindung abhängig sein durfte.
Warum sich die ZEPCAM T3 für den Rettungsablauf eignet
Stream My Event hat sich für ZEPCAM als Partner für Bodycams entschieden und das System auf Basis der ZEPCAM T3-Bodycams aufgebaut. Die T3 ist eine am Körper getragene Kamera, die für den Einsatz an vorderster Front konzipiert ist und über lokale Aufzeichnung, GPS sowie eine physische Haupttaste an der Vorderseite des Geräts verfügt.
Die Aufzeichnung wird vom Einsatzkräfte-Mitglied bewusst gestartet. Der Träger drückt die große Haupttaste an der Vorderseite des T3, um die Aufzeichnung zu starten oder zu beenden. Die Bedienung ist so konzipiert, dass sie intuitiv erfolgt, auch beim Tragen von Handschuhen. Dies ist in einer Rettungssituation von Bedeutung: Eine bewusste Handlung startet die Aufzeichnung, woraufhin sich das Einsatzkräfte-Mitglied wieder ganz auf den Einsatz konzentrieren kann.
Der T3 unterstützt zudem eine konfigurierbare Voraufzeichnung von bis zu 120 Sekunden. Ist diese Funktion aktiviert, werden Aufnahmen aus dem Moment unmittelbar vor dem Drücken der Aufnahmetaste gespeichert, wodurch der Beginn eines Ereignisses in einen Kontext gestellt wird. Die Videoaufzeichnung erfolgt auf dem Gerät unter Verwendung der H.264-Komprimierung, während GPS zusätzlich zum Videomaterial Standortdaten liefern kann.
Entwicklung des Systems für Boote, Fahrzeuge und Überlebensanzüge
Die Auswahl der Kamera war nur ein Teil des Projekts. „Stream My Event“ musste zudem sicherstellen, dass die Ausrüstung mit der vielfältigen Ausrüstung und Schutzkleidung von KNRM kompatibel war. Die Befestigung der Kamera an den Überlebensanzügen erforderte eigene Tests, um eine Position zu finden, die sicher hielt, ohne die primäre Sicherheitsfunktion des Anzugs zu beeinträchtigen.
Für Boote und Fahrzeuge entwarf der Integrator eine Reihe maßgeschneiderter Halterungen und fertigte diese im 3D-Druckverfahren an. In geschlossenen Kabinen kann es bei direkter Sonneneinstrahlung extrem heiß werden, während die Geräte ständiger UV-Strahlung und Vibrationen ausgesetzt sind. Da sich Standardkunststoffe verformten, entschied sich das Team für einen hitze- und UV-beständigen technischen Kunststoff.
Die Halterungen haben etwa fünfzehn Überarbeitungsrunden durchlaufen, wobei die Änderungen auf dem Feedback der KNRM-Teams vor Ort basierten. Die spätere Umstellung auf einen Befestigungsstandard im GoPro-Stil eröffnete den Zugang zu einem bestehenden Ökosystem bewährter Zubehörteile, sodass maßgeschneiderte technische Lösungen auf die Probleme beschränkt werden konnten, die wirklich spezifisch für KNRM sind.
Das Bildmaterial an Land zu bringen, ohne dabei auf eine Internetverbindung angewiesen zu sein
Bei der KNRM-Konfiguration wird eine von Stream My Event gehostete Serverinfrastruktur genutzt, anstatt das Bildmaterial über eine von ZEPCAM gehostete Umgebung weiterzuleiten. Nach einem Einsatz werden die Aufzeichnungen in den Postproduktions-Workflow von Stream My Event und dessen gesicherte Speicherinfrastruktur übertragen.
Die Übertragung erfolgt nach Abschluss der Aufnahme. Je nach Station und verfügbarer Verbindung können die Aufnahmen über eine kabelgebundene Verbindung – wenn die Kamera angeschlossen ist –, über WLAN, 4G oder Satellit übertragen werden. Die Übertragung kann einige Stunden oder, an entlegeneren Orten, einige Tage dauern. Diese Verzögerung ist akzeptabel, da die Aufzeichnung nicht von der Upload-Verbindung abhängt, solange sich das Team auf See befindet.
Das Support-System wurde zudem speziell für eine dezentral organisierte Freiwilligenorganisation konzipiert. Jede Station kann eigene Tickets erstellen, Probleme werden zentral bearbeitet, und ein QR-Code, der an der Stelle angebracht ist, an der die Einsatzteams ihre Ausrüstung abholen, ermöglicht es ihnen, Probleme schnell zu melden.
Beweis auf See: die Rettung der „Eva Schulte“
Der eindeutigste Beweis für das Vorhandensein des Systems ist das Filmmaterial selbst. Am 4. Oktober 2025 verlor der 145 Meter lange Chemikalien- und Ölprodukttanker „Eva Schulte“ etwa 37 Kilometer westlich von IJmuiden die Maschinenleistung und trieb in Richtung des Offshore-Windparks „Hollandse Kust Zuid“ ab. An Bord befanden sich 21 Personen. Die niederländische Küstenwache meldete Windstärke 8 und Wellenhöhen von etwa fünf Metern, während versucht wurde, das Schiff zu sichern.
Das KNRM-Rettungsboot „Kitty Roosmale Nepveu“ leistete dem Notschlepper „Multraship Protector“ Hilfe. Um 23:16 Uhr meldete die Küstenwache, dass eine Schleppverbindung hergestellt worden sei und die oberste Priorität nun darin bestehe, den Tanker vom Windpark wegzubringen.
Die Aufnahmen der ZEPCAM T3-Bodycam dokumentierten den Einsatz aus verschiedenen Perspektiven aus der Ich-Perspektive. Das Video zeigt die Besatzung bei der Arbeit an Deck in der Dunkelheit und bei schwerer See, wie sie dicht neben dem Tanker operiert und die Schleppleine handhabt, während sich das Rettungsboot kontinuierlich unter ihnen bewegt. Zeit- und Ortsangaben sind in den Aufnahmen zu erkennen und liefern eine klare visuelle Dokumentation darüber, wo und wann sich entscheidende Momente ereigneten.
Dies ist die Art von Einsatz, die sich im Nachhinein nur schwer allein anhand eines schriftlichen Berichts erläutern lässt. Das Bodycam-Material hält die Arbeitsbedingungen, die Nähe der Schiffe zueinander und den Ablauf der Maßnahmen so fest, wie sie von der Besatzung erlebt wurden, ohne dass ein separater Kameramann mitten in die Rettungsaktion eingebunden werden muss.
Warum authentisches Filmmaterial aus der Ich-Perspektive für KNRM von Bedeutung ist
Die KNRM nutzt Bodycam-Aufnahmen bereits in größerem Umfang für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Auf ihrer Seite „Redders op zee“ erläutert die Organisation, dass die Besatzungsmitglieder bei Rettungseinsätzen Bodycams über ihren Rettungsanzügen tragen und dass das daraus resultierende Actionmaterial einen wesentlichen Bestandteil der Fernsehserie bildet.
Dieser Kontext ist von Bedeutung. KNRM ist eine gemeinnützige Organisation, die sich aus freiwilligen Spenden und nicht aus staatlichen Zuschüssen finanziert. Aufnahmen aus der Ich-Perspektive vermitteln der Öffentlichkeit einen Einblick in die Rettungsarbeit, der in einer inszenierten Umgebung kaum nachzustellen ist. Der Einsatz der ZEPCAM T3 bietet der KNRM und ihrem Produktionspartner eine strukturierte Möglichkeit, solche Aufnahmen während echter Einsätze zu erfassen und anschließend in einen sicheren Postproduktions-Workflow zu überführen.
Ergebnis: Ein auf Rettungseinsätze ausgerichteter Bodycam-Arbeitsablauf
Der Arbeitsablauf von KNRM beruht auf drei praktischen Entscheidungen: Es handelt sich um die Art und Weise, wie der gesamte Arbeitsablauf an die jeweilige Aufgabe angepasst wurde: eine große Aufnahmetaste, die auch mit Handschuhen bedient werden kann, eine am Körper getragene Halterung, die den Überlebensanzug schont, maßgeschneiderte Hardware für sehr unterschiedliche Schiffe, lokale Aufzeichnung bei eingeschränkter Konnektivität sowie ein Datenübertragungs- und Supportprozess, der über ein verteiltes Netzwerk von Stationen hinweg funktioniert.
Für Organisationen, die Videoaufnahmen aus der Ich-Perspektive bei unvorhersehbaren Einsätzen an vorderster Front benötigen, ist die Erkenntnis von praktischer Bedeutung. Das richtige Bodycam-System muss vom Beginn der Aufzeichnung bis zur Speicherung des Filmmaterials auf den jeweiligen Einsatz abgestimmt sein. Der Einsatz der ZEPCAM T3-Bodycams durch KNRM zeigt, wie dies aussieht, wenn die Technologie auf die Menschen zugeschnitten ist, die die Arbeit verrichten, anstatt von den Mitarbeitern zu verlangen, sich an die Technologie anzupassen.